Christoph Burtscher · Projekte · Arbeiten an einem Wunder

 


 

Arbeiten an einem Wunder - Neun Versuche zu HIV-Blut- und Heiligenbildern
 

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Geschichten rund um die Bibel erzaehlen oft von Wundern. Und die Verbindung zu Blut ist ziemlich nahe liegend und immer wieder aktuell. Ich denke beispielsweise an die angeblichen Blutwunder sueditalienischer Heiligenstatuen. Ende der 1980er Jahre brach in kirchlichen Kreisen eine heftig gefuehrte Diskussion aus. Vom damaligen Salzburger Erzbischof wurde die Krankheit Aids als Strafe Gottes bezeichnet. Einst galt auch die Pest als solche. Doch schon damals gab es sogenannte Pestheilige, die sich der Kranken und Ausgestossenen annahmen.

In einem ihrer Essays kritisiert Susan Sontag den Versuch, Krankheit zur Strafe umzudeuten. Sie betont in Bezug auf Aids wie wichtig es ist, die Krankheit von der ‚Diktatur der Bedeutung’ zu befreien. Um auf diese verhaengnisvolle Bedeutungszuschreibung zu reagieren, arbeite ich mit Figuren oder Chiffren, die innerhalb dieses Zeichen- bzw. Glaubenssystems beheimatet sind. Heilige haben – wie in anderen Religionen auch - einen festen Platz im Fundus christlicher Bild- und Erzaehltraditionen. Ich nutze sie, wende sie aber gegen die Perversion kirchlicher Deutungsmacht, die weit ins gesellschaftliche Leben ausstrahlt. (Christoph Burtscher)

Die in Berlin erscheinende Tageszeitung Neues Deutschland schreibt: "... Das macht 'Arbeiten an einem Wunder' beruehrend authentisch."

 

Ein Interview zu dieser Arbeit ist erschienen in: Psychologie & Gesellschaftskritik. Vom Anderen. Nr.110, 2/2004. Giesen; und in: Mein schwules Auge 2. Konkursbuchverlag Claudia Gehrke. Tübingen. 2004

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