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Mein Vater ist Chef - Fruehe Fotografien
'Mein Vater ist Chef.' Mit diesen Worten beginnt ein kurzer Schulaufsatz aus dem Jahr 1974. Die Schrift ist brav, der Umgang mit der Feder noch etwas unsicher. Das Thema, das die Lehrerin den Schuelern aufgegeben hatte, lautet: 'Mein Vater'. Christoph Burtscher ist zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt. 'Mein Vater ist Chef.' Das weiss er. Und was er noch weiss: 'Er verkauft Vorhaenge. Es sind nicht alle schoen. Er hat viele Gehilfen. Onkel Erwin und Onkel Werner sind Angestellte. Mein Vater hat so viele Schluessel, dass er sich nicht auskennt. Windeln verkauft er auch.' Dieser kurze Text aus den 1970er Jahren fuehrt uns mitten hinein in Christoph Burtschers gleichnamige Fotoarbeit. Er benennt einige der Protagonisten. Und er gibt auch die Perspektive vor: Ein Kind beginnt sich die Welt anzueignen, mit den Mitteln der Schrift, aber mehr noch mit fotografischen Mitteln. Zwischen den Texten für die Schule, in dem das Kind seine naehere Umgebung beschreibt und erkundet, und den Fotos, die zur selben Zeit entstehen, gibt es zahlreiche Verbindungen. Im Fotobuch hat Christoph Burtscher beide Medien miteinander verwoben... (aus dem Text von Anton Holzer) Im Buchhandel erhaeltlich: Mein Vater ist Chef - Fruehe Fotografien, Fotohof edition, Salzburg - ISBN 978-3-902675-20-0 In einer Kritik zum Fotobuch 'Mein Vater ist Chef - Fruehe Fotografien' (Verlag Fotohof Salzburg) schreibt Marc Peschke: "...dieses Buch ist etwas ganz Ungewoehnliches, weil es Fotografien mit Texten aus alten Schulaufsaetzen kombiniert, Bilder und Texte, die der heute erwachsene Fotokuenstler als Kind angefertigt hat. Ueber Jahre, Jahrzehnte lagerten sie in Mappen im Keller. Jetzt hat Burtscher die alten Schaetze gesichtet, geordnet, neu zusammengestellt und zu einem Buch verdichtet. Es gehoert zu den schoensten Veroeffentlichungen dieses Jahres..." Und in der Photonews 10/2007 entwirft Denis Brudna ein Portfolioportrait des fotografischen Kindertagebuchs: "...all das, was dem Jungen besonders auffiel, wurde auf unterschiedliche Weise festgehalten und archiviert. Eine praegnante Wolke, ein geheimnisvoller Blick in den Wald oder die Portraits seiner Eltern, Geschwister und Freunde - alles Bilder, die nicht selten den konventionellen Rahmen durchbrechen und in auffallend anarchischer Weise mit dem Motiv spielen oder intuitiv die jeweilige Situation durch besondere Perspektive oder Lichtstimmung unterstreichen. Aber selbst dort, wo sich Christoph Burtscher um ein konventionelles, repraesentatives Bild bemueht, wirken seine Aufnahmen oft intensiv und spannend..."
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